Wenn mit dem jüngsten und neunten Generationswechsel bei MÜLLER-CATOIR in der lebendigen Geschichte dieses angesehenen Hauses neue und junge Gesichter die "Bühne" betreten haben, scheint Widerspruchsgeist und Pionierarbeit ein unwiderstehliches Erbe dieses Familienclans zu sein. Denn auch die junge Mannschaft geht wie ihre Vorgänger unbeirrt einen eigenen Weg.
Lange vor der heutigen ökologischen Bewegung wurde ein naturnaher Anbau betrieben mit organischer Düngung, Dauerbegrünung und intensiver Lauberziehung. Strenger Rebschnitt im Winter ergänzt durch einen von Jahr zu Jahr radikaleren Fruchtschnitt (Ausdünnung) im Sommer sowie schließlich eine immer weitergehende Ernteselektion in Form von handverlesenen Beeren selbst für den "einfachsten" Kabinettwein erbringen naturgemäß kleine Erträge mineralischer Weine mit filigraner Säurestruktur und exotischen Fruchtaromen.
Auch im Keller werden viele Schulweisheiten über Bord geworfen, alte Behandlungsmethoden wie Entsäuerung, Separierung,Schönung verworfen und mit sensiblem Gaumen einem Weg nachgespürt, der Trauben, Most und Wein die höchstmögliche Schonung gewährt und ein Sortenaroma zu Tage fördert, das bei der herkömmlichen Kellerwirtschaft häufig verschüttet ist.
Kein einfaches Rezept, sondern eine Summe von zahlreichen -oftmals winzigen- Details, wie man sie nur in einem relativ kleinen Betrieb ineinander fügen kann, finden hier optimal zu einem Ganzen.
Überhaupt scheint eine bewährte Maxime des Hauses zu sein, sich mit unauffälliger Nüchternheit immer etwas abseits der Trends zu bewegen. Wen wundert's, dass sich diese Trutzburg in allen Stürmen der unruhigen Weinwirtschaft stets als ein Hort der Stabilität erwiesen hat